Fifa 20 im Test: Mit vielen Details zur alten Stärke

In News by local

Das neue Fifa 20 wird am 27. September auf den Markt kommen und verspricht im Vorfeld sehr viele Neuerungen: Karrieremodus, Gameplay, Volta. Die ganz große Revolution bleibt jedoch aus. Reicht das, um mittelfristig den Dauerkonkurrenten Pro Evolution Soccer von Konami abzuhängen? 

Gameplay in Ansätzen verbessert

EA Sports hat in Bezug auf das Gameplay minimale Änderungen vorgenommen. Das Spiel wirkt langsamer und in Ansätzen realistischer als noch bei Fifa 19. Vor allem die Zweikämpfe kommen dadurch authentischer daher, auch wenn manches Duell nach wie vor etwas behäbig und steif wirkt. Hier könnte EA noch nachbessern. Eine Neuerung, die sofort auffällt: Die Bälle verspringen öfter. Vor allem für Fans des Kurzpassspiels dürfte das zur Herausforderung werden, insgesamt macht es das Gameplay aber realistischer.

“Back to the roots” lautete bei den Fifa-Machern wohl das Motto, als man sich überlegte, wie man Freistöße und Elfmeter im Spiel besser umsetzen könnte. Im Vergleich zum Vorjahrestitel baut man bei Fifa 20 bei Freistößen auf ein  Prinzip, wie man es noch aus Fifa 05 kennt. Der Schütze orientiert sich an einem Cursor, mit dem man die designierte Flugkurve des Balles auswählen kann. Dazu bewegt man den linken Stick und platziert das Fadenkreuz in die gewünschte Ecke. Dazu kann man – wenn gewünscht – dem Ball durch Bewegen des rechten Sticks zum Flattern bringen, oder einfach Effet hinzufügen. Hier hat EA ein sehr cooles Feature eingebaut, dass dem Spieler mehr Varianz bei Standards ermöglicht und für das ein oder andere Traumtor sorgen wird. Bei Elfmetern ist das Prinzip dasselbe. Doch so schön diese Änderung auch ist, so viel Übung benötigt man für eine perfekte Ausführung im Spiel. Für Gelegenheitsspieler könnte das vor allem bei Elfmetern zu fliegenden Controllern führen.

FIFA 20 Bundesliga

Das Kölner Rhein-Energie-Stadion ist eines von 13 neuen, deutschen Stadien in FIFA 20.

 

Lang ersehnte Änderungen und neue Bundesliga-Lizenz

Endlich erhört EA Sports die kleine Gemeinde der Karriere-Modus-Fans. Er blieb in den letzten Jahren weitgehend unbeachtet, der Fokus lag vor allem auf Gameplay und dem Ultimate Team. Umso überraschender kommt die lang ersehnte Überarbeitung: Startet man eine neue Karriere, bemerkt man schon die erste Änderung. Anders als in den Vorjahren können Spieler einen eigenen Manager erstellen und das Aussehen des Avatars nach Belieben anpassen.

Ebenso neu sind die Möglichkeiten des Managers, Einfluss auf die Spieler zu nehmen. Durch interaktive Spielergespräche und Interviews sowie Pressekonferenzen kann man die Moral einzelner Spieler oder der gesamten Mannschaft steigern oder senken. Eine sinnvolle und gute Änderung, die allerdings auch schnell langweilig werden kann. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Manager in den Gesprächs-Sequenzen mit der Presse zwar die Lippen bewegt, aber ohne unterlegte Tonspur mit den Journalisten redet. Auch die Fragen der Pressevertreter sind oftmals zu eintönig.

Andere lang ersehnte Änderungen wie Trikot-Editor oder Torhymnen bleiben indes aus. Und doch ist die beste Nachricht für alle Bundesliga-Fans, dass nun (fast) alle Stadien der höchsten deutschen Spielklasse im Spiel vertreten sind. Einzige Ausnahmen sind Bayern München aufgrund der Kooperation mit Konami, die Aufsteiger Union Berlin und Paderborn sowie der SC Freiburg, der im nächsten Jahr ohnehin ein neues Stadion bekommt.

FIFA 20 Manager

Bevor der Karrieremodus starte, sucht man sich einen Avatar als Vorlage aus und kann diesen nach Belieben anpassen.

 

VOLTA-Modus: Die Wiedergeburt von Fifa Street

Der VOLTA-Modus hingegen ist ein völlig neues Spielerlebnis. In Anlehnung an alte Fifa-Street-Zeiten gibt EA den Spielern in Fifa 20 wieder die Möglichkeit, auf den Straßen der Weltmetropolen ihr Können im Kleinfeldfußball unter Beweis zu stellen. Ob mit realen Teams oder im Story-Modus: Wer den rechten Trick-Stick nur selten benutzt, wird auf dem Feld keine Chance haben. Wer Fifa Street kennt, der weiß, was dort auf einen zukommt: schnelle Aktionen, trickreiche Tore und Fußball, wie man ihn von der Straße kennt.

In den vier verschiedenen Modi kann man sich in die Welt von VOLTA begeben und sogar einen eigenen Avatar erstellen und einen kleinen Storymodus absolvieren. Dort trifft man übrigens den “The Journey”-Held Alex Hunter wieder. Beim ersten Anspielen macht VOLTA sehr viel Spaß und erinnert in Ansätzen tatsächlich an Fifa Street, ohne dabei zu übertreiben und ins Unrealistische abzukippen. Passender wäre die Bezeichnung Outdoor-Futsal.

Durch die schier endlosen Möglichkeiten im Anpassen des Charakters und durch die verschiedenen Modi in VOLTA, ist die “Wiedergeburt von Fifa Street” vom Umfang  fast ein eigenes Spiel.

FIFA 20 Volta

Fußball auf den Straßen Miamis. Im VOLTA-Modus ist das möglich.

Fazit: VOLTA punktet, Karrieremodus muss sich beweisen

Mit Fifa 20 geht EA einen Schritt in die richtige Richtung. Es gibt zahlreiche Änderungen, die vor allem langjährigen Spielern direkt auffallen werden und den Spielspaß klar erhöhen. Hier hat EA Sports einige Wünsche der Community berücksichtigt. Die ganz großen Änderungen bleiben jedoch vorerst verwährt, die wird es wohl auch erst mit Release der neuen Konsolen geben. Und trotzdem liegt die größte Revolution in den vielen kleinen Neuerungen, die Fifa 20 bietet. Der Karrieremodus könnte seit vielen Jahren wieder zum Highlight werden, vorausgesetzt EA bessert hier und da nochmal via Patch nach. Abzuwarten bleibt, ob die Interaktion zwischen Manager und Presse langfristig Spaß machen werden.

 Mit dem VOLTA-Modus bekommen Spieler zudem ein nahezu komplett eigenes Spiel zur Verfügung, das helfen kann, die lange Wartezeit zwischen Saisonende und neuem Fifa-Release überbrücken zu können. Besonders für einen gemeinsamen Abend mit Freunden ist der Kleinfeld-Modus sehr zu empfehlen. VOLTA könnte entweder für fliegende Controller oder für grenzenlosen Fußballspaß sorgen – letztlich beides Dinge, die Fifa ausmachen. Etwas, das sich auch bei Fifa 20 nicht ändern wird.


Source link