Instagram: Pink postet diesen Widerspruch – was ist dran?

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Die Nachricht klingt, als müsse man sofort handeln: “Vergesst nicht, dass morgen die neuen Regeln in Kraft treten, nach denen Instagram alle eure Bilder nutzen darf”, heißt es in dem Kettenbrief, der in den letzten Tagen bei Instagram die Runde machte. Neben Promis wie Pink, Usher, Julia Roberts und dem US-Energieminister Rick Perry teilten auch unzählige private Nutzer die Nachricht. Und verbreiteten so einen jahrealten Hoax.

An der Nachricht, die sowohl in Deutsch als auch in Englisch herumgeistert, ist nämlich absolut nichts dran. Dieselbe – damals ebenfalls falsche – Meldung machte seit 2012 immer wieder bei Facebook die Runde. Das soziale Netzwerk warnte schon damals davor, dass es sich schlicht um eine Falschmeldung handelte.

Ins Absurde abgedriftet

Bei genauerem Hinsehen ist das auch leicht zu erkennen. Sämtliche Inhalte seien ab sofort öffentlich, auch private Nachrichten und “nicht erlaubte” Fotos, heißt es da. Auch mit kruden Rechtsverweisen wird gearbeitet: “Die Verletzung der Privatsphäre kann durch das Gesetz bestraft werden (UCC 1-308-1 1 308-103 und den Status von Rom.” Die einzige vorgebliche Lösung: Den Widerspruch zu posten.

Das ist allerdings Unfug. Die auch bei Facebook haltlosen Behauptungen des Briefes werden in Bezug auf Instagram schon fast absurd, wie der Social-Media-Blog “Mimikama” aufzeigt. Im alten Kettenbrief wurde schlicht “Facebook” durch “Instagram ersetzt – ohne zu beachten, dass viele der angeblichen Probleme dort längst normal sind. So war es durchaus eine Bedrohung, dass alle Facebook-Bilder plötzlich öffentlich sichtbar sein sollten. Bei Instagram ist das aber schlicht die Standardeinstellung – und das seit Entstehung des Netzwerkes. Auch Instagram die Verbreitung der eigenen Fotos zu untersagen, ist wenig sinnvoll. Schließlich handelt es sich um den Hauptzweck des Dienstes.

Das sagt ein Anwalt zu dem Brief

Doch selbst wenn es tatsächlich Grund gäbe, Widerspruch einzulegen, würde ein solcher Post überhaupt nicht ausreichen. Das erklärte der auf Medienrecht spezialisierte Anwalt Christian Solmecke bereits 2016 in Bezug auf den Kettenbrief bei Facebook. “Widerspricht man als Nutzer den Facebook-AGB, wäre ein Widerspruch nur gültig, wenn der Widerspruch Facebook auch tatsächlich zugegangen ist. Ein Widerspruch auf der Timeline zu posten, ist grundsätzlich nicht zugegangen, denn Facebook muss den Post nicht zur Kenntnis nehmen”, erklärt er in einem Blogpost

Selbst ein Widerspruch per Mail müsste den Social-Media-Giganten nicht dazu bringen, den Vertrag mit dem Kunden zu ändern, so Solmecke weiter. Facebook könnte das Konto auch einfach kündigen. Es gibt schließlich kein Anrecht, einen Instagram- oder Facebook-Account nach eigenen Regeln zu betreiben.

Die Macht der Promis

Dass sich der Kettenbrief so rasant verbreitet, liegt sicher auch an der enormen Reichweite der prominenten Poster. Dabei war selbst Pink bewusst, dass sie eventuell falsch liegt. “Lieber auf Nummer sicher gehen, auch wenn es vielleicht ein Hoax ist”, schrieb sie zu ihrem Widerspruch, der nach wie vor online ist. Allerdings zeigte sie auch Humor: Wenige Stunden später postete sie noch einmal dazu – und teilte eine von ihr angeführte Buzzfeed-Liste von Promis, “die auf den dummen Instagram-Hoax hereingefallen sind”.

Der lustigste Beitrag kam von “Daily Show”-Host Trevor Noah. Der Comedian schrieb einen eigenen Beitrag im Stil des Originals, in dem er sich über die vielen Rechtschreibfehler und das fehlende Rechtsverständnis lustig machte. Spätestens am Ende dürfte dann jedem der Scherz aufgefallen sein. “Ihr seid nun sicher, der böse Instagram-Dämon ist tot.”

Quellen: Instagram, WBS Law, Pink (Instagram), Trevor Noah (Instagram) Mimikama




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