Vorbild Rezo: CDU will Youtube mit eigenen Influencern erobern

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Asymmetrische Kriegsführung – so heißt das Militärkonzept, das die Nato-Staaten Russland vorwerfen. Damit soll der Kreml unter anderem die Unruhen in der Ukraine entfacht haben. Ähnlich hinterhältigen Angriffen sieht sich offenbar auch die CDU-Spitze ausgesetzt. Unter dem Tagesordnungspunkt “Asymmetrische Wahlkampfführung” soll es bei der Klausurtagung am Sonntag und Montag um den Umgang mit dem CDU-Video des Youtubers Rezo gehen.

Was für Putin die Internettrolle aus St. Petersburg sind, ist offenbar in den Augen der CDU der Youtuber Rezo für die Grünen. Bei den Christdemokraten hat man erkannt, dass beleidigte Kommentare von Spitzenpolitikern nicht hilfreich sind, sondern der Partei in der Nachbereitung des Rezo-Videos weiter geschadet haben.

Influencer der christlichen Union

Das soll nun anders werden – der Verein cnetz will Youtube und Co. für die Union erobern. Den Rezos dieser fremden Welt sollen bald CDU-Influencer entgegentreten. Das empfahl der Verein, der 2012 als Lobbygruppe gegründet wurde und dessen einer Vorstandssprecher der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek ist, der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer in einem Strategiepapier.

In der Medienszene herrsche “eine zumindest wahrgenommene Vorliebe für grüne und linke Sichtweisen”, zitiert die “Bild am Sonntag” aus dem ihr vorliegenden Papier. “Daher muss die CDU offenkundig andere, eigene Influencer aufbauen, die weniger vorgeprägt denken.”

Lieber wie Rezo als wie bisher

Wie das geschehen soll, scheint noch weitgehend unklar. Dem Verein ist aber bewusst, dass für diese Aufgabe “keine typischen Politiker” geeignet sind. Ein fünfminütiges Video, in dem einer die ganze Zeit am Stück redet, sei von gestern, heißt es.

Um versäumte Zeit aufzuholen, will sich die CDU offenbar am Arsenal des politischen Gegners bedienen. Für die Herstellung von Videos wird laut dem Papier empfohlen: “Bei #Rezo kann man die Machart lernen: Schnelle, prägnante Argumente, Schnitte, Quotes, Charts, Musik, Webkommunikation.”

CSU denkt ähnlich

Das Rezept muss dann nur auf CDU-Inhalte angewandt werden. Bei der Schwesterpartei CSU gehen die Überlegungen in eine ähnliche Richtung. Markus Söder bezeichnete in der “Welt am Sonntag” Social Media als die “fünfte Gewalt” im Staat und die derzeit schnellste Form der Kommunikation. In Bayern werde die CSU einen “YouTube– oder Influencer-Preis” ausloben, kündigte Söder an. Man müsse der digitalen Welt mit mehr Respekt begegnen, so Söder. “Sie ist unsere reale Welt. Man geht nicht ins Internet, sondern man ist immer drin.”


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