Apple stellt sein stärkstes Macbook Pro vor – und setzt es gleich auf die Reparatur-Liste

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Es ist ein echtes Biest, das Apple da gerade auf den Markt gebracht hat: Mit seinem i9-Achtkern-Prozessor der 9. Intel-Generation und einem Turbo-Boost auf bis zu 5 GHz rechnet das neue Spitzenmodell des Macbook Pro so schnell wie noch kein Apple-Laptop vorher. Das ganze hat natürlich seinen Preis: Mindestens 3300 Euro kostet das Rechenmonster, mit dem schnellsten Prozessor, mehr Arbeits- und Datenspeicher lässt sich der Preis auf bis zu 7800 Euro hochschrauben. Da irritiert es etwas, dass Apple den Boliden gleich in ein aktuelles Reparatur-Programm aufnimmt.

Schuld ist der wohl größte Hardware-Patzer des Unternehmens in den jüngsten Jahren. Mit dem neu aufgelegten Macbook stellte Apple vor vier Jahren auch das erste Mal seine Butterfly-Tastatur vor. Seine ultraflachen Tasten basieren auf einer eigens entwickelten Mechanik, die an die Flügel eines Schmetterslings erinnert und eine noch flachere Bauweise erlaubt. Die Tastatur wurde in den letzten Jahren in sämtlichen Notebook-Serien verbaut – und sorgten bei manchem Käufer für Frust.

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Anfälliger Schmetterling

Hatte die erste Generation vor allem mit einem sehr lauten Anschlag zu kämpfen, berichteten Käufer jüngerer Modelle immer häufiger, dass Tasten ganz oder teilweise ausfielen, die Tastatur wurde dadurch schlicht unbrauchbar. In einer zweiten und dritten Generation der Technologie versuchte Apple dem Problem Herr zu werden, verbaute in den letzten Herbst vorgestellten Modellen der dritten Generation sogar eine spezielle Membran, die das Eindringen von Fremdkörpern unter den Tasten verhindern sollte.

Doch auch das sorgte nicht für ein Ende der Beschwerden. Im Frühjahr zog Apple die Notbremse, versprach die Reparatur vieler Modelle mit Butterfly-Tastatur auch außerhalb der Garantie. Mit der Vorstellung der neuen Modelle am Dienstagabend erweitert Apple diese Garantie noch. Man will Reparaturen der Tastatur deutlich beschleunigen. Auch die im Herbst vorgestellten und die neuesten  Modelle sind jetzt Teil des Programms. Damit werden sämtliche Laptop-Modelle bis zu vier Jahre nach Kauf repariert, wenn die Tastatur ausfällt. Und das gerade vorgestellte Spitzenmodell ist schon bei Erscheinen Teil eines Austausch-Programms.

Clevere Strategie

Um den Fehler zu beheben, habe man bei den neuen Macbooks ein neuartiges Material für die Konstruktion der Tastaturen benutzt, sagte der Konzern dem Tech-Blog “The Verge”. Dieses Material soll in Zukunft auch bei sämtlichen Reparaturen älterer Modelle eingesetzt werden. Im Idealfall ist das Austausch-Programm für die neuen Notebooks also gar nicht nötig.

Obwohl die Entscheidung, ein neues Produkt auf eine Reparatur-Liste zu setzen, zunächst ungewöhnlich wirkt, dürfte sich Apple dabei durchaus etwas gedacht haben. Der Konzern signalisiert auf diese Weise zum einen, dass man das Problem ernst nimmt. Zum anderen zeigt man den Kunden, dass sie nicht befürchten müssen, zusätzlich zu den hohen Investitionskosten der neuen Spitzen-Notebooks auch noch auf Reparaturkosten sitzen zu bleiben. So dürfte man einige Kaufbedenken ausräumen. Schließlich kauft auch niemand einen Sportwagen, wenn er befürchten muss, mit einem möglichen Motorproblem alleine gelassen zu werden.

Quellen: Apple, The Verge

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