Schlechte Moves oder Marionetten? Warum wir uns an peinlich tanzende Politiker gewöhnen sollten

In News by localLeave a Comment


Es gibt viele Möglichkeiten Videos zu manipulieren. Zum Beispiel so. Herzlich willkommen zu “Fake or No Fake”. Wenn auf eine Sache Verlass ist, dann dass sich im Internet über Politiker lustig gemacht wird – das führt mitunter zu skurrilen Fake-Videos. Können Sie erkennen, ob die folgende Tanzeinlage der britischen Premierministerin Theresa May echt oder eine Fälschung ist? Machen wir es kurz. Das Video ist … echt. Im Oktober 2018 tanzt Theresa May während eines Parteitages der britischen “Conservative Party” auf die Bühne. Doch auch wenn dieses Video echt ist, wird man in Zukunft nicht jeder Tanzeinlage, die man im Internet sieht, trauen können. Forscher der kalifornischen Universität “Berkeley” haben eine Software entwickelt, die Tanzbewegungen eines Profitänzers auf einen Laien übertragen kann. Mit anderen Worten: Durch Bewegungsübertragung kann in Zukunft jeder zum Profitänzer werden. Um Tanzbewegungen von einer Person auf eine andere zu übertragen, werden  zwei Videos benötigt. Ein Video der Choreografie eines tanzenden Profis. Und ein Video eines Amateurs, der sich tänzelnd und drehend im Raum bewegt. Die Forscher bezeichnen diese Videos als “Quelle” und “Ziel”. Die Bewegungen von Quelle und Ziel werden von einer Software analysiert und auf “Strichmännchen”-Modelle übertragen. Anschließend nutzt die Software die gewonnenen Daten, um die Bewegungsabläufe der Quelle auf das Ziel zu übertragen. Das Ergebnis: Der Amateur tanzt genau wie der Profi. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Die Forscher schaffen es sogar, Amateure wie eine professionelle Ballerina tanzen zu lassen. Auch wenn die Technik noch nicht perfektioniert ist, zeigt sie, wie massiv vorhandenes Videomaterial mit entsprechender Software manipuliert werden kann. So wird aus ein paar Drehungen und unbeholfenen Tanzschritten eine atemberaubende Choreografie.

Wie untersuchen wir in der Redaktion Videos auf Manipulation? Dabei ist ein Blick auf die Details wichtig. Die Einzelbilder eines Videos verraten oft, ob ein Video bearbeitet wurde. Wir schauen uns Bild für Bild genau an und vergrößern einzelne Ausschnitte. Indizien für einen Fake sind zum Beispiel: fehlende Bewegungsunschärfe, unnatürlicher Schattenwurf oder Schnittfehler. Beim stern gilt generell: Seriosität vor Schnelligkeit. Wir checken Fakten und Material immer gründlich gegen, bevor wir sie veröffentlichen. Dafür arbeiten wir mit dem redaktionsübergreifenden “Team Verifikation” zusammen mit RTL, NTV, RTL2, Radio NRW.


Source link

Leave a Comment