stern-Leser über Ebay Kleinanzeigen: “Bei Ihnen sind wohl alle Schrauben locker”

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An Heiligabend stapelten sich wieder jede Menge Socken, Haushaltsgeräte und zu kleine/große/hässliche Pullover unter deutschen Weihnachtsbäumen. Doch um den Schenker nicht zu blamieren, bedankte man sich artig, ließ die Küchenmaschine aber sicherheitshalber lieber eingeschweißt. Schließlich will man sie nach den Feiertagen direkt verhökern. Ihre letzte Ruhe finden die unliebsamen Geschenke häufig auf Verkaufsportalen, das hierzulande bekannteste ist mit mehr als 30 Millionen Mitgliedern Ebay Kleinanzeigen.

Doch so praktisch die Portale auch sind, es kommt der Moment, an dem man sich über seine Mitmenschen ärgert. Über den unzuverlässigen Käufer, der abgesprochene Termine nicht einhält. Den Nutzer, der härter handelt als auf jedem Basar. Man beklagt sich über fehlende Höflichkeit. Auf unseren Artikel “Was letzte Preis?: Die irre Welt der Ebay-Kleinanzeigen” und den darin enthaltenen Aufruf erhielten wir von unseren Lesern viel Feedback. Einige Erlebnisse der stern-Leser können Sie hier nachlesen. 

Online-Shopping: Ebay Kleinanzeigen: Amtliche Warnung vor neuer Betrugsmasche

“Heute ist Tag der Waffel”

Peter K. war amüsiert über einen angebotenen “Gebäckträger” und machte den Käufer auf den witzigen Schreibfehler aufmerksam. Doch der blaffte zurück und beleidigte ihn aufs Übelste. Ebenfalls nicht nett, wenn auch kreativ, wurde Kim beleidigt. Sie inserierte einen Hometrainer und fand in ihrem Posteingang folgende Nachricht: “Gestern war Tag der Waffel. Ein ganz besonderer Tag für alle, die was an der Waffel haben. Wurde dieser Freudentag von Ihnen gebührend gefeiert?” Sie entgegnete schlagfertig: “Heute ist Tag der Schraube. Und bei Ihnen sind wohl alle Schrauben locker: Wenn Ihnen ein Angebot nicht gefällt, dann schauen Sie woanders, anstatt Leute mit dummen Sprüchen anzumachen!”

Flucht aus der Vorhölle

Dass die Inserate und Antworten häufig nur so vor Rechtschreibfehlern strotzen, damit haben sich mittlerweile viele Nutzer abgefunden. “‘Was letzte Preis?’ ist ja fast schon formvollendet”, schreibt etwa Andrea S. Sie bekam auch schon Nachrichten, in denen nur von “Lete Prais” oder gar “geld” die Rede war. Ein Inserat wird sie jedoch nicht vergessen: “Ich musste leider meine neue Einbauküche veräußern”, erklärt sie. “Ich annonciere in fehlerfreiem Deutsch und erhalte Kontaktaufnahmen in wahlweise chinesischen, arabischen oder sonst welchen Schriftzeichen.”

+++ Hatten auch Sie kuriose Erlebnisse auf Ebay und Co.? Oder haben Sie sich wegen einer Sache richtig geärgert? Schicken Sie uns Ihre Erfahrungen an [email protected] +++

Fielen die Antworten nicht wie von den Käufern erwünscht aus, verließ die Diskussion auch schnell die sachliche Ebene: “Ich habe mir Sachen wie ‘Fete Ku’ oder ‘F****’ durchlesen können, weil ich die Küche nicht für 200 € verkaufen wollte. Glücklicherweise habe ich einen vernünftigen deutschsprachigen Käufer gefunden, mit dem alles glatt ging. Die ‘Vorhölle’ habe ich schnellstens verlassen…”

Die Sache mit dem Geschirr

Einen besonders kuriosen Fall schickte uns Susanne H. Weil sie im vergangene Jahr von einem 250-Quadratmeter-Haus in eine halb so große Wohnung umzog, musste sie ihren Dachboden entrümpeln. “Da mein Mann ein Jäger und Sammler ist, hatten wir alles, was man im Leben braucht (oder auch nicht) doppelt und dreifach. Meine Lösung: eBay Kleinanzeigen.” Weiter schreibt sie: “Insgesamt fand ich auf dem Dachboden neun Geschirre. Unter anderem ein altes weißes Geschirr mit Goldrand meiner Oma, ungefähr 350-teilig mit allem, was dazugehört. Sauciere, Vorlegeteller, Suppenterrine, Kaffeekannen, Teekannen, etc. Preis: 50 €.  Ein Paar aus Hamburg (150 Kilometer Entfernung) meldete sich. Sie kamen an einem Samstagvormittag tatsächlich pünktlich angefahren (eine eher seltene Erfahrung bei eBay Kleinanzeigen) und begutachten das komplette Service.

Anschließend schauten sie sich an, und meinten, sie müssten jetzt erst einmal telefonieren und sich das Ganze überlegen. Sie hätten nämlich schon sechs Tassen von dem Geschirr und hätten das Gefühl, meine Ausgabe sei eine Nuance heller. Der Goldrand sei identisch, nur das weiß wäre irgendwie anders. Sie machten Fotos, und gingen dann um den Block spazieren. Als sie zurückkamen, teilten sie mir mit, sie hätten sich gegen das Service entschieden. Es sei tatsächlich ein klein wenig heller weiß als ihre sechs weißen Tassen. Als ich sie etwas erstaunt anschaute und fragte, warum sie nicht mein gesamtes Geschirr inklusive 12 Tassen mit Untertassen mitnehmen und ihre sechs Tassen wieder verkaufen, meinten Sie, das Weiß ihrer Tassen würde ihnen so gut gefallen. Somit fuhren sie dann wieder 150 Kilometer nach Hause.”

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